Das Buch der Rose

Das Buch der Rose

Petra van Cronenburg: Das Buch der Rose. Eine Kulturgeschichte, Edition Tetebrec
Erscheinungstermin 15.06.2015

2. Auflage, völlig neu durchgesehen.
Im E-Book erfährt man etwa, was aus den gentechnischen Experimenten wurde, deren Ergebnis bei Drucklegung der 1. Auflage noch nicht in Sicht war. Oder was aus dem Herzensprojekt eines Wissenschaftlers wurde, dem der Irakkrieg einen Strich durch die Rechnung machte.

5000 Jahre Kunst und Kultur durch die Blume betrachtet
Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose, sagt Gertrude Stein in ihrem berühmten Gedicht. Und doch ist diese Blume so viel mehr. Petra van Cronenburg widmet sich der Blume aller Blumen in einem hinreißenden Buch. Seit mehr als 5000 Jahren ist die Rose die beliebteste Blume in Kunst, Kultur und Religion, keine andere wurde so oft gezeichnet, gemalt oder fotografiert. Die Sumerer verehren die Rose kultisch, die Griechen ordnen sie der Liebesgöttin Aphrodite und ihrem Geliebten Adonis zu, dessen Blut die Rosen rot gefärbt haben soll. Die Darstellungen von Maria im Rosenhag symbolisieren ihre Unschuld, der Jesusknabe mit Röslein in der Hand verweist auf die Passion.

Die Autorin erzählt von alten Kulten und lebendigen Bräuchen, wir schwelgen in Liebeslyrik und erfahren von Rosenbildern berühmter Maler. Sie lässt Rosenkriege Revue passieren und Skandale, in denen Rosen eine Rolle spielten.
Heute gibt es 30 000 Sorten, doch die Autorin sammelt rare historische Rosen in ihrem Garten und hegt sie wie Schätze. Ihr Buch ist ein Muss für alle Rosenliebhaber.

Technische Details

Petra van Cronenburg: Das Buch der Rose. Eine Kulturgeschichte
edition tetebrec, 2015
E-Book mit 15 Schwarz-Weiß-Fotos: Kindle / später auch als epub
kein DRM
(Bei ausreichender Nachfrage ist eine neu bebilderte, gedruckte Fassung denkbar)

Das Buch der Rose im Print?

Derzeit sind noch genügend Hardcover-Exemplare der Originalausgabe des Parthas Verlags auf dem antiquarischen Markt zu haben - die Folge eines Verlagsverkaufs vor Jahren. Auch wenn ich an diesen Exemplaren als Autorin keinen einzigen Cent verdiene, lohnt es sich für mich im Moment nicht, eine eigene, neu überarbeitete gedruckte Fassung herauszugeben. Das kann sich je nach Nachfrage jedoch jederzeit ändern. Erfahren Sie in meinem Newsletter, wenn eine neue gedruckte Auflage geplant wird!
Warum noch keine Epub-Ausgabe?

"Bei Petra van Cronenburg erleben Garten-, vor allem Rosenliebhaber das Phänomen der ewigen Blüte von etwa 5000 Jahren Kulturgeschichte, das die Autorin im ebenso informativen wie amüsanten Das Buch der Rose würdigt."
- Buchhändler Heute

"Die Autorin mischt geschickt Anekdoten und Informationen, flicht historische Exkurse in literarische und technische Betrachtungen ein und schafft damit eine ebenso informative wie amüsante Kulturgeschichte der Rose. Zumal sie nicht nur die bekannteren Spuren verfolgt, sondern oft auf Unbekanntes verweist."
- Literaturzeitschrift Sandammeer

"Eine angemessene Würdigung der Königin der Blumen in opulenten Bildern und liebevollen Beschreibungen."
- Wienerin

"Für den kulturhistorisch interessierten Rosenliebhaber ein Gewinn."
- ekz-Informationsdienst

"In diesem Bildband erfährt man alles über sie: vom Rosenkult der Sumerer über die christliche Ikonografie der dornigen Schönheit bis hin zum Rosenkrieg, von der Malerei über die Dichtkunst bis zu der Rose in Film und Fotografie. Ob Alchemie, Minnesang oder Zimtrose, nach keinem Stichwort sucht man vergeblich. Ein zauberhaftes Buch!"
- Redaktion Erlesenes

"Eine lebendig geschriebene Kulturgeschichte, die unterhaltsam und spannend viele Informationen vermittelt."
- roterdorn.de

"... das Buch, das sich für alle, die sich für den historischen und kulturellen Kontext der Rose interessieren eignet und in dem man sich gut festlesen kann."
- www.garten-literatur.de

Leseprobe

Petra van Cronenburg: Das Buch der Rose. Eine Kulturgeschichte. Edition Tetebrec, alle Rechte vorbehalten.
Ausschnitt aus Kap. 5: SCHWELGEN UND GIEREN

Von einem, der sich ein solches Leben leisten kann, sagt man, er sei "auf Rosen gebettet" - und diese Metapher für ein Leben in Sorglosigkeit, Reichtum und Genuss darf man sich im Ursprung wortwörtlich vorstellen. Wohl dem, der sich Luxus zum Eigengenuss leisten konnte. Wie aber mussten die Götter erst einem Menschen wohlgesonnen sein, der obendrein Luxus an andere verschwenden konnte! Die vergängliche Pracht abgeschnittener Rosen eignete sich für die Demonstration solcher Größe ganz besonders. Rosen wusste zwar bald jeder Landbesitzer zu pflanzen und auch zu vermehren. Aber die Edelblume als Schnittblume zu kaufen, die noch im Sterben mit Schönheit, Farbe und Duft bestach, war nur den Vermögenden vergönnt. Überseeplantagen für aufwändige Importe auszubeuten und im Winter Treibhäuser mit der sonnenhungrigen Blume zu bestücken, das konnten sich nur die Reichsten der Reichen leisten.

Nein, hier ist nicht die Rede vom Weltmarkt der Rosenplantagen, die europäische und amerikanische Firmen heute in Lateinamerika und Afrika aufkaufen, um Riesenumsätze zu machen. Und es ist auch nicht die eine Milliarde Euro gemeint, die die Deutschen im Krisenjahr 2004 allein für Schnittrosen ausgegeben haben. Die Rose als protziges Statussymbol, den Jammer darüber, dass die Armen hungern müssen, weil wertvolles Ackerland den Monokulturen von Blumen weichen muss, nur damit die High Society in Duft schwelgen kann, das gab es bereits zur Römerzeit.

Der Dichter Horaz (65 v. Chr. bis 8 n. Chr.), Zeitgenosse des Rosenliebhabers und Kaisers Augustus, wetterte in seinen Oden gegen die äckerverzehrende Prunksucht, zu deren "Nasenreiz" er auch die Rosen zählte:

"Bald lässt dem Pflug unmäßiger Königsbau
Kaum wenig Morgen; [...]
Auch der Violen Flor
Und Myrtenhain' und jeglicher Nasenreiz
Verbreitet Wohlgeruch, wo vormals
Lohnte mit Frucht die Olivenpflanzung."

In der Tat schien ganz Italien damals ein einziger Rosengarten gewesen zu sein, aber bereits vor der Kaiserzeit konnte Rom die Nachfrage an Rosen aus dem eigenen Land nicht mehr befriedigen. Ägypten lieferte von seinen Plantagen unzählige Schiffsladungen der beliebten Blume. Die Verschwendung war zu rechtfertigen, denn die Rose war Göttinnen wie Göttern heilig und wurde vom Volk in den rosaria oder rosalia verehrt, einem beweglichen Fest zu Beginn der Blütezeit. An jenem Tag genossen auch einfache Bürger beduftete Brunnen und Blumenschmuck in der Stadt.

Für den Rest des Jahres glich die Metropole des Weltreichs Rom jedoch eher einem modernen Dritte-Welt-Moloch. Der Unterschied zwischen den Armen und der winzigen Kaste der Reichen war extrem; das Bedürfnis, sich durch Luxus gesellschaftlich zu definieren, immens. Während die einfachen Leute hungerten, kostete in der Kaiserzeit der Import der sonnenverwöhnten Pflanzen schon so viel, dass Martial im Jahre 103 n. Chr. zynisch schrieb, die Ägypter sollten Korn schicken, Rom habe genug Rosen aus Ägypten, um sie damit zu bezahlen.

Mit Rosenblüten wurde nicht nur dekoriert, sondern auch goutiert. Kaiser Augustus' berühmter Leibkoch Apicius bereitete mit eingekochtem süßen Wein ein Püree aus zerriebenen Rosenblütenblättern oder parfümierte in drei mal sieben Tagen Wein mit dem Modearoma. Sein Rosenomelett war ein winziger, aber raffinierter Gaumenkitzler für zwischendurch, bevor Flamingos gereicht wurden oder Edelfische, von denen einer fast so viel kostete, wie ein Centurio im Jahr verdiente. Rosenpüree mit etwas Lake, geschlagenen Eiern und Wein ließ Apicius dafür mit kleinen Hirnen stocken, die kurz vor dem Servieren reichlich mit dem Luxusartikel Pfeffer bestreut wurden. Nein, man pfefferte nicht etwa unmäßig, weil es besonders gut zur süßen Rose schmeckte, sondern nur, weil Pfeffer teuer war und mehr hermachte als heimische Kräuter.

Die Verschwendungssucht nahm solche Ausmaße an, dass unter den römischen Kaisern zusätzlich die syrische Provinz als Außenplantage für eine Überflusselite herhalten musste, der die einmalblühende Rose im Sommer längst nicht mehr genügte. Unter Augustus sorgten Treibhäuser aus Marienglas, wie Badethermen beheizt, selbst im Winter für duftendes Vergnügen. Horaz richtete ein ernstes Wort an seinen Diener, diesen Wahn nicht mitzumachen:

"Perseraufwand ist mir verhasst, oh Knabe,
nicht gefällt umwunden mit Bast ein Kranz mir;
Spare die Nachforschung, ob wo verspätet
Weilet ein Röslein."

Er musste zum Glück nicht mehr erleben, was über 50 Jahre nach seinem Tod der "Partykaiser" Roms trieb...