Der Garten der Malerin

„Wenn ich einmal Oma bin, werde ich am Flussufer sitzen und Lachse angeln.“
Von jenem Ufer steigt der Garten der Malerin terrassenförmig zum Haus hinauf. Erinnerungen an englische und irische Parks werden wach, an die Landschaften französischer Impressionisten. In rund 30 Jahren hat die Malerin BiKo alias Heiderose Birkenstock-Kotalla in Leichlingen an der Wupper einen bezaubernden Garten gestaltet, überbordend in seiner Vielfalt.
Mit ihrer Skulpturensammlung befreundeter Künstler, den charmanten Sitzplätzen und öffentlichen Ausstellungen im Freien verwandelt sie Natur in ein Gesamtkunstwerk von ganz eigenem Charakter.
Als Malerin besitzt BiKo die Kraft der Imagination und lässt sich stets von der Natur überraschen. Sie tastet sich an deren Vorgaben entlang, reagiert beim Pflanzen spontan, als würde sie Blumenfarben auf der Palette anmischen und Lichter mit dem Pinsel setzen. Kein Wunder, dass umgekehrt der Garten der Malerin hineinwuchert in ihre Gemälde. Er lebt und atmet wie ihre Bilder – dieser Garten der Träume und des Lichts.

Heiderose Birkenstock-Kotalla studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Gert Weberg, Dieter Roth und Karl Bobek. Seit 1972 arbeitet „BiKo“ als freie Malerin mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland.
Petra van Cronenburg hat als Buchautorin in renommierten Verlagen das „erzählende Sachbuch“ für sich entdeckt. Sie wurde bekannt mit ihrem literarischen Reisebuch „Elsass. Wo der Zander am liebsten im Riesling schwimmt“ und hat Genuss, Kultur und Kunst zu einem Schwerpunkt ihres Schaffens gemacht.

"Den heutigen Tag begann ich mit Lesen und Schauen in diesem wunderbaren Fotobuch.
Eine so gelungene Symbiose von Text und Fotografie, da geht sogar mir Realistin das Herz ganz weit auf. 'Wasserwärts das Himmelblau, himmelwärts das Blumenblau' – diese Seite gefiel mir heute Morgen am Besten. Ich bin aber erst bis zur Mitte. Diese Schönheiten muss man wohl dosieren." (D. S., Leserin)

Technische Daten

Petra van Cronenburg: Der Garten der Malerin BiKo, edition tetebrec, 2014
Coffee Table Book im Format 240 x 250 (H) mm, 104 S., 1 Musik-CD, Gartenplan - Hardcover, Mattfolienkaschierung, durchgängig farbig. Offsetdruck auf Arctic Silk Paper 115 g/m2, Fadenheftung. Ladenpreis 29.90 E.

Beteiligte

Fotografen
Jürgen Becker
Peter Berth
Frank Scheier
Hans-Jürgen-Schmatz
Petra van Cronenburg
Musik
Nadia Birkenstock
Layout + Gesamtgestaltung
Hanspeter Ludwig, Wetzlar
Lektorat + Korrektorat
Jan Schuld
Druck
Monsenstein und Vannerdat, Münster

Verkauf

Als Privatdruck ist das Buch leider nicht übers Barsortiment zu beziehen. Den Vertrieb für EndkundInnen hat die Buchhandlung Kiekenap in Ohligs / Solingen übernommen:
Grünstr. 19
D - 42697 Solingen
Tel. 0212 / 79972
info ätt buchhandlung-kiekenap.de
http://www.buchhandlung-kiekenap.de mit Online-Shop

BuchhändlerInnen, die das Buch in ihr Sortiment aufnehmen wollen, kontaktieren bitte direkt die Künstlerin BiKo (keine EndkundInnen).

Von der Idee zum Buch

BiKo alias Heiderose Birkenstock aus Leichlingen bei Solingen ist gleichermaßen bildende Künstlerin wie Gartenkünstlerin. Sie stellt ihre Malerei in Galerien aus und präsentiert ihren Garten der Öffentlichkeit mit Ausstellungen befreundeter Bildhauer. Nach jeder Veranstaltung unter dem Titel "Kunst und Garten" verbleibt eine neue Skulptur darin. Der parkähnliche Garten ist terrassenförmig zwischen einem Architektenhaus und dem Ufer der Wupper angelegt.
Ein Buch sollte dieses vielseitige Lebenswerk festhalten: gleichzeitig einfühlsames Künstlerin- wie Gartenportrait, Spiegel von abstrakter Malerei wie Gartengestaltung. Als Handreichung bei Ausstellungen und Erinnerung für Gartenbesucher sollte es ebenso geeignet sein wie für kunstbegeisterte Menschen, die gern zuhause in Gartenideen schwelgen.
Herausforderung Nr. 1:
Vier Fotografen, vom preisgekrönten Gartenfotografen bis zum Laien, lieferten Hunderte von sehr unterschiedlichen Fotos. Auswahl und Arrangement mussten einen harmonischen Gesamteindruck bilden - auch in Zusammenhang mit dem Text. Hanspeter Ludwig hat dabei als Buchgestalter in congenialer Weise mit Farbstimmungen, Rhythmen und Analogien die Inhalte wiedergespiegelt und den "Geist" des Buchs bis hinein in die Typographie eingefangen.
Herausforderung Nr. 2:
Meine Idee als Verlegerin und Texterin war es, nicht wie sonst üblich die einzelnen Themen der Reihe nach abzuhandeln, sondern passend zum Sujet ein Gesamtkunstwerk zu wagen. So steht Kunst neben Natur, Genusstext neben illustrativem Bild und für sich selbst sprechendes Foto neben poetischem Bildtext. Die keltische Musik der Harfenistin und Tochter Nadia Birkenstock unterstreicht die irisch-englische Anmutung der parkähnlichen Gartenanlage. Das Buch entwickelt seine Geschichten auf mehreren Ebenen der Wahrnehmung: Man kann es ganz normal lesen und die Fotos in Reihenfolge dazu betrachten, man kann die Stimmung des Gartens hören - oder einfach nur Bilder genießen, deren Bildtexte losgelöst vom Genusstext der vier Kapitel eigene innere Bilder malen. Dabei soll der Text selbst nicht einfach nur informieren, sondern vor allem verführen ...

Leseprobe aus „Der Garten der Malerin BiKo“ von Petra van Cronenburg

aus Kapitel 2:
Man könnte fast meinen, der Garten erblühe aus weißem Licht. Im Winter wirkt er wie ein Märchenland im Schnee, dann drängen sich Formen und Skulpturen in den Vordergrund, die Schatten von Immergrünem und Gehölz. Der Frühling kündigt sich mit dichtem Blütenschnee vor blauem Himmel an, von Obstbäumen und frühen Blümchen in den Beeten. Im zartgrünen Gras vermehren sich ungehindert die Schneeglöckchen – neben pastellfarbenem Gelb und Blau. Eindrucksvoll lösen diese Frühlingsfarben ungewöhnliche weiße Rhododendren ab, auf die – wenn das Laub der Bäume dichter und dunkler geworden ist – der Blütenschnee mächtiger Ramblerrosen folgt. Spätestens in dieser Jahreszeit wähnt man sich in einem Schlosspark irgendwo auf der Grünen Insel.
Weiß leuchten Büsche wie Deutzien und falscher Jasmin, weiß gesprenkelt ist aber auch das naturhaft wild erscheinende Unterholz, wo der Giersch steht – jenes unscheinbare Wildkraut, das die Gärtnerin wegen seiner Blüten liebt, aber auch als Gemüse. Dass andere den Giersch als Unkraut verdammen, stört sie wenig; sie geht mit dieser Art von Arbeit intuitiv um: „Es gibt Tage, da lässt er sich einfach gut ausreißen und dann wandert er auch wieder in die Küche.“
Sie steht da, lässt die Eindrücke wirken und schaut, erkennt hier eine farbige Diagonale, dort eine Öffnung ins Maigrün, und dann werden die neuen Pflanzen oder Geschenke nach Gefühl verteilt. Wer das Endergebnis sieht, mag kaum glauben, wie viel Zufall hier im Spiel ist, vor allem aber auch wie viel Geduld. Bis so ein „Bild“ im Garten fertig ist, kann Heiderose Birkenstock-Kotalla lange warten. Da fällt die tannengrüne Metallbank ins Auge, winzige weinrote Stiefmütterchen gibt es dazu und Fuchsien in Weißrosa, Weinrot und Blaugrün setzen sich in den Farben des Kissens fort – so einen passenden Stoff findet man nicht, wenn man eilig danach sucht.
...
aus Kapitel 4:
So vieles aus ihrem Garten möchte man in ihren abstrakten Gemälden späterer Jahre entdecken: flirrendes Sonnenlicht und die vielfältigen Abstufungen von Pflanzengrün, Sonne und Schatten, Wasser und Himmel, ja selbst den farbigen Rost von Skulpturen oder das zarte Pastell vergänglicher Blüten. Wie das Leben legen die Bilder zusätzliche Schichten an. Da wird überschrieben, überkritzelt und schließlich aufgelöst, da wird übermalt und sogar zerkratzt.
Solche immer von Neuem bearbeiteten Farbschichten erinnern an die Ecken des Gartens, wo Materialien verwittern, kompostieren oder zerfallen. Der Mensch – die Gärtnerin – greift nur sanft ordnend ein. Sie lässt hier einen wilden Sämling aufgehen und stellt dort ein Schälchen oder Kunstobjekt hinzu. Wenn die Malerin ganze Farbflächen zerstört und Kratzer wie feine Zeichnungen in die Schichten ritzt, ahmt sie unwillkürlich die Arbeit von Wind, Sonnenlicht und Wasser in der Natur nach; einem Spiel, bei dem die Handschrift des Menschen oft fast unsichtbar zurücktritt.
Einige dieser Bilder wachsen dem Betrachter in ihrer Vielschichtigkeit so körperlich entgegen, als seien sie dreidimensionales Objekt, bereits Skulptur. Andere flirren und changieren wie Sonnenlicht in einem Sommergarten, entziehen sich einem festen Zugriff. Sie bleiben beweglich in ihrer Wirkung, je nach Beleuchtung, Standort und Perspektive der Betrachter.
(c) by Petra van Cronenburg, alle Rechte vorbehalten