Jeux – russische Spiele in Baden-Baden

nijinsky_slider_textIm Jubiläumsjahr des größten Tänzers des 20. Jahrhunderts, Vaslav Nijinskys (125. Geburtstag), die Premiere exklusiv in Baden-Baden:

Jeux - russische Spiele in Baden-Baden
Szenische Lesung eines Stücks von Petra van Cronenburg in Zusammenarbeit mit der Bibliotheksgesellschaft und dem Stadttheater Baden-Baden. Gefördert von der ALIM.
Vaslav Nijinsky: Daniel Arthur Fischer
Sergej Diaghilew: Sebastian Mirow
Radiostimme: Petra van Cronenburg
Premiere war am Di., den 27. Mai 2014 im "Gartenhaus" der Stadtbibliothek Baden-Baden.

Das Stück war ein voller Erfolg! Aufführungsrechte und Rechte für Hörspielproduktionen können bei mir erworben werden.

Das Stück:

Ein rätselhaftes Vabanquespiel in Baden-Baden. Zwei Männer, die ihre Träume, Sehnsüchte und die Kunst auf eine Karte setzen.

Im Hotel Stéphanie steigen 1913 zwei Giganten der Theaterwelt ab: Vaslav Nijinsky, weltweit als „Gott des Tanzes“ verehrt, und Sergej Diaghilew, „Gottvater“ der legendären Ballets Russes. Ein ungleiches Paar privat wie auf der Bühne, bei dem es heftig kriselt: Nijinsky tanzt nicht mehr den schillernd schönen Sklaven. In der Weltpresse zerreißt man sich das Maul über seine ultramodernen Choreografien. Der Skandal um Strawinskys „Le Sacre“ hat fast zu diplomatischem Streit zwischen Frankreich und Russland geführt. Dem Impresario Diaghilew steht finanziell das Wasser bis zum Hals, die Mäzene werden unruhig – er sucht den Rausch in altem Pomp.

Offiziell plant das Paar in der Kurstadt ein neues Bach-Ballett, will sich von den Skandalen der Pariser Saison erholen. Doch im Hintergrund spinnt jemand unsichtbare Fäden – eine Ménage à trois mit einem Unbekannten verlangt vollen Einsatz.

Hotel Stephanie
Hotel Stéphanie / Brenners Parkhotel (Foto: PvC)

Der historische Hintergrund:

Der russische Impresario Sergej Diaghilew gründete 1909 in Paris die legendäre Truppe der Ballets Russes, das erste Tourneetheater des Balletts, das weltweit Erfolg hatte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1929 revolutionierten die Ballets Russes jedoch nicht nur den Tanz, sondern hinterließen ihre Spuren in allen wichtigen Künsten wie im Leben der Menschen, in der Modewelt von Paris genauso wie in der Filmindustrie Hollywoods, vor allem aber in der Kunst der Avantgarde.

Der viel jüngere Vaslav Nijinsky, der auch privat mit Diaghilew zusammenlebte, stand als Tänzer und Choreograf im Mittelpunkt dieses Wirkens. Seine Theaterskandale mündeten im heutigen modernen Tanz. Nijinsky wurde zu einem der ersten vom Publikum vergötterten Weltstars - er gilt noch heute als einer der größten Tänzer des 20. Jahrhunderts.

Im Sommer 1913 stiegen beide Giganten mit der Führungsspitze der Ballets Russes im damaligen Hotel Stéphanie in Baden-Baden ab (heute Brenners Parkhotel), um die neue Saison zu planen. Völlig unerklärlich bis heute ist für die Biografen und die Wissenschaft der plötzliche Bruch zwischen Diaghilew und Nijinsky und die Heirat des Tänzers mit einer Frau im darauffolgenden Herbst. Dieses nie wirklich gelöste Rätsel regt natürlich die Fantasie einer Autorin ganz besonders an!

Streng nach Fakten hat Petra van Cronenburg dagegen einige Jahre für das erste originär deutschsprachige literarische Porträt des Tänzers recherchiert, das als gedrucktes Buch und E-Book zu haben ist. Buch und Theaterstück sind zwei voneinander unabhängige Produktionen. Mehr Informationen zum Buch hier!

Fotos (von R. Hampp): Premiere in Baden-Baden 2014
Sebastian Mirow (li.) als Diaghilew, Daniel Arthur Fischer (re.) als Nijinsky, Petra van Cronenburg (ganz re.) als Zimmermädchen

Diaghilew - Nijinsky
Petra van Cronenburg

Was soll ich sagen: Es war ein toller Abend. Ein Stück wie ein Tanz, voll Begeisterung, Enttäuschung, Verzweiflung zugleich. Die authentische Atmosphäre entsteht schon bei der Einführung der Autorin, die in der Rolle des Hotel-Zimmermädchens mit markanten Kommentaren und pikanten Details aufwartet.

Das Stück selbst beginnt langsam. Die beiden Figuren umschleichen einander mit Vorsicht und Skepsis. Schicht um Schicht schält der Text die künstlerischen, ökonomischen und emotionalen Konflikte heraus, tastet sich an den Kern der Sache heran. Einfühlsame Monologe gewähren dem Zuschauer Einblicke ins Innere der beiden Akteure, in dynamischen Dialogen spitzt sich der Konflikt zu. Man kann beide Figuren verstehen, keiner ist zu verurteilen. Mit Daniel Arthur Fischer und Sebastian Mirow haben Nijinsky und Diaghilew eine ideale Besetzung gefunden.

Ich jedenfalls wünsche den JEUX von Herzen, dass sie bald auf einer richtigen Theaterbühne zum Leben erweckt werden und bin schon sehr gespannt darauf.

Lydia S.
München

Gestern abend war ich bei einer szenischen Lesung vom FEINSTEN in der Stadtbibliothek in Baden-Baden ... ein großes Kompliment an Petra van Cronenburg und die beiden Schauspieler Daniel Arthur Fischer und Sebastian Mirow!

M. M.
Baden-Baden

Jeux am Dienstag waren wirklich phänomenal und ich würde dieses Kammerspiel sehr, sehr gern auf der Bühne sehen!

B. L.
Pfalz