Elsass. Wo der Zander am
liebsten im Riesling schwimmt.
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- Erleben - Genießen - Reisen - mit allen Sinnen
Petra van
Cronenburg: ELSASS. WO DER ZANDER AM LIEBSTEN IM RIESLING SCHWIMMT. sanssouci im Carl
Hanser Verlag
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Ausschnitt
aus:
Buckliges
Elsass (Oktober)
Mord
im Hopfenland
S. 11-12,
mit freundl. Genehmigung des Carl Hanser Verlags, © by sanssouci im Carl Hanser Verlag
(beachten Sie das Copyright! Dieser Text darf nicht ohne Genehmigung kopiert oder
verwendet werden!)
...
Lydie und
ich stecken bis zu den verklebten Ellenbogen im Kürbis, schon die zweite Tonschüssel
quillt über vom saftigen Fruchtfleisch, das blumig duftet. Hier im Alsace Bossue, dem
Buckligen Elsass im Nordwesten an der Grenze zu Lothringen, ticken die Uhren etwas
langsamer, wird der alte Brauch noch nicht nach dem Vorbild von Supermarktketten in
Plastik und Spezialprodukten gefeiert.
Die Küche
in Lydies Hof ist ein Saal, geplättelt mit Zementfliesen aus Jugendstilzeiten, mit
verschlungenen Lilien in Kaffeebraun, Ocker und Himmelblau. Unsere Schritte hallen. Ein
Trog aus behauenem Granit dient als Spüle. Meinen neugierigen Blick an die Wand auf der
Schmalseite kommentiert Lydie sofort.
"Ein
alter Bäckerofen. Mein Großvater hat darin Flammekueche gebacken und das halbe Dorf
eingeladen. Ja, in dieser Küche könnte man ein ganzes Restaurant bekochen! Für uns
lohnt sich das nicht mehr, der Ofen frisst riesige Holzknüppel. Und im normalen Herd wird
der Flammekueche einfach nichts."
"Und
das da?" Ich deute auf zerknülltes Zeitungspapier in einem Korb.
Lydie
lacht. Mit ihren Sommersprossen und rotblonden Locken ähnelt sie einem irischen Klischee.
"Ach das - das braucht Mélie für die Kartoffeln heute Abend!"
Das
Geheimnis ihrer Haushaltshilfe, Kartoffeln noch kartoffeliger schmecken zu lassen, klingt
eigen. Keine Frage, dass dem in diesem Land fast heiligen Gemüse ein eigener Topf
reserviert wird! Am besten ein schwerer, aus Gusseisen und nicht emailliert. Nichts darf
ihn berühren außer Kartoffeln und ihren Zutaten. Nichts, vor allem kein Spülmittel. Er
wird mit Zeitungspapier ausgerieben, setzt Patina an und den rauchigen Duft frei, wenn
Mélie darin zuerst Zwiebeln und ganze Knoblauchzehen in wenig Schmalz andünstet, die
rohen, geschnittenen Kartoffeln dazu rührt und immer wieder mit dem hölzernen Löffel
wendet. Erst wenn die Kartoffeln leicht knusprig werden, kommt der schwere Deckel auf den
Topf. Mélie schwört auf den Holzherd. Da könnten die Bratkartoffeln stundenlang bei
niedrigster Hitze ohne Fett "reifen".
...
Petra van
Cronenburg
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