Fabelhafte Göttinnen

  • Goettinnen Figuren

Die Idee

Ich bin fasziniert von Archäologie - je älter die Fundstücke, desto besser. Früher habe ich einmal Schmuckstücke als Kopien nach Museumskatalogen gearbeitet, weil ich es ungeheuer schade fand, nicht mit alten Fibeln aus der Völkerwanderungszeit, keltischen Torques oder altägyptischen Pektoralen herumlaufen zu können. Die Faszination für uralten Schmuck und vorzeitliche Perlen ist geblieben. Doch möchte ich heute mehr als eine bloße Kopie.

Ich will mit modernen Materialien ausloten, wie sich die Inspiration aus dem Design uralter Zeiten mit meinen eigenen Ideen zu etwas Neuem vermischt. Mich interessieren die Überschneidungen. Schaue ich manchen Schmuck aus der Steinzeit oder von den Etruskern an, erscheint er bahnbrechend modern. Gleichzeitig holt sich das Zubehör unserer Zeit starke Anleihen aus der Archäologie. Es gibt antike Perlenformen, die heute noch mit fast der gleichen Technik hergestellt werden.

So ging es mir vor allem mit den Göttinnenstatuetten der sogenannten Cucuteni-Kultur: In ihrer Abstraktion liegen sie unglaublich nah an der abstrakten Kunst unserer Zeit. Würde sich so etwas aus Papier arbeiten lassen? Viele Wochen lang experimentierte ich mit dem Material, weil mir herkömmliches Pappmachée zu leicht und zu empfindlich schien. So entwickelte ich ein eigenes Geheimrezept für Paper Clay, der schwerer und haltbarer ist. Weitere Experimente für den Speziallack folgten: Ich wollte erreichen, dass die Figuren vor Feuchtigkeit geschützt waren, aber trotzdem in der Haptik nah am Papier, weich und matt.

Indem ich mich vom Kopierenwollen freigemacht habe, kann ich wild loslegen. Da ist die archaische Seite, wenn ich reine Pigmente benutze wie Ultramarin und Ocker. Den Ocker besorge ich aus einem uralten Steinbruch in den Nordvogesen tatsächlich als Gestein, hämmere ihn von Hand klein, mahle ihn immer feiner zum Naturpigment. Mir fallen dabei die alten Legenden um jenen Ort ein, die wundersame Madonna mit den Schlangen, die man einst dort gefunden haben will, an einer Quelle, die längst nicht mehr fließt. Mit der Geschichte solcher Orte kann man fast Zeitreisen machen ... immer weiter zurück. Würde ich den Metallhammer ersetzen, unterschiede sich meine Arbeit kaum von der des Höhlenmenschen. Ich reibe mein Pigment zwischen Steinen, nur dass ich keine Höhlen mehr damit bemale. Vielleicht ist es diese Kontinuität von Kunst, die mich fasziniert?

Manche Göttinnenfiguren bleiben einzeln wie sie sind, manche bekommen nur ein einfaches Band. Aber da sind welche, die meine Fantasie herausfordern. Ich habe ein Bild vor Augen, wie z.B. die blaue "kosmische Göttin" (Bilder unten), lasse mich von alten Symbolen inspirieren, fingere in allen möglichen Dosen und Schachteln im Atelier herum, um passendes Zubehör zu finden. Ein Thema, ein paar wenige Farben, es finden sich die richtigen Texturen, ungewöhnliche Kombinationen. Während ich mir selbst eine Geschichte erzähle, wird der Perlenstrang zur Kette von Erzählungen. In Kulturen, die keine schriftliche Überlieferung kannten, sind Knoten oder Perlen oft Merkplätze gewesen. Geschichten wurden "begriffen", wenn sie durch die Hände glitten, erinnert.

Ich kann solche Arbeiten nicht auf Wunsch oder Zuruf machen. Manche Figur drängt in Windeseile heraus, manche Kette liegt Monate, bis ich die letzte in meinen Augen perfekte Perle dazu finde. Und dann sind sie da und wollen einfach woandershin, nicht nur die Zeiten, sondern auch den Ort wechseln ...

Die Entstehung

"Atelier Tetebrec ... telling stories in beads & strings" - dieser Slogan steht auf meinen Visitenkarten. Im Deutschen würde ich es vielleicht "Geschichtenfädeln" nennen. Das trifft mein Werden und Verknüpfen ideal: Ich komme vom Schreiben, vom Erzählen mit Worten und kann auch in der bildenden Kunst oder dem Schmuckentwerfen meinen Schnabel einfach nicht halten. So viele Geschichten wollen erzählt werden.

Ob dann jemand einen Text oder eine Kette oder ein Bild von mir vor sich hat, ist egal. Es spielt weniger eine Rolle, was ich persönlich ganz genau mit all den Kleinigkeiten sagen wollte. Kunst entsteht in der Betrachterin, im Betrachter. Erst bei der Wahrnehmung durch andere werden die Geschichten wirklich spannend. Genau darum lasse ich den Bedeutungen aber auch Raum. Ich habe weder eine bestimmte Esoterik im Sinn noch irgendwelche Lehren. Ein Kreis ist ein Kreis ist ein Kreis, universal und vielfältig, banal-einfach wie überbordend symbolisch. Nicht einmal den Worten ist zu trauen: eine Göttin? Oder eine Frau? Eine Abstraktion oder ein Symbol? Wir wissen in vielen Fällen auch heute nicht, was genau da ausgegraben wurde: war es Spielzeug, waren die Figuren heilig oder vielleicht nur die damalige Form von Selfies? Wer weiß? Bedeutung erhalten sie durch den Kontext. Oder auch einfach nur durch Interpretation.

In der Schwebe halten wollte ich die Figuren und "Ritualketten" darum - und trotzdem einen Text über manche Zutaten, Symbole, Assoziationen beigeben. Wie macht man das, ohne zu belehren? Wie schafft man Bruchstellen und Perspektivwechsel, damit die Geschichten der neuen BetrachterInnen frei werden und nicht die meinen?

Mein Hund Bilbo war die Rettung. In meinem Shop auf Etsy ist er ohnehin als "Inspirational Manager" aufgeführt. Zum Mitarbeiter Bilbo von Butterblum ist da zu lesen: "Beagle-Mix Bilbo lehrt mich die Schönheit der Natur und von seltsamen, gesammelten Dingen. Seine Art, Upcycling aus Knochen und Bällen zu betreiben, ist höchst inspirierend. Er ist darum mein Inspirationsmanager."

Die Buchautorin in mir entschied: Er ist der richtige, um etwas über diesen Schmuck zu erzählen. So ein quirliger, in der Natur aufgehender Hund kann all das verquaste Gedöns vielleicht aufbrechen, das wir Menschen uns so machen.

So ist die Kollektion "Fabelhafte Göttinnen"entstanden, die es nur im Geschenkpaket gibt:

  • Die Figur oder Figur mit Kette
  • Eine handgefertigte Geschenkschachtel aus zweiseitig bedrucktem Designpapier
  • Bilbo von Butterblums Text (2 Seiten) individuell passend zur Kette
  • Ein Herkunftspapier (Künstleroriginal + absolutes Einzelstück)
  • Pflegehinweise

Kann man idealerweise anderen schenken, kann man sich aber auch selbst gönnen. Kann man irgendwohin hängen oder legen, aber auch am Hals tragen. Wird es so und in dieser Form immer nur ein einziges Mal geben, handgefertigt, aus Qualitätsmaterialien.

Die kosmische Göttin

  • blaue Göttin Kette

Diese Kette in meinem Shop kaufen.

Die Erdgöttin

  • Erdgöttin

Diese Kette in meinem Shop kaufen.

Kleine Leseprobe von Bilbo von Butterblum

"Ich bin mir sicher, Menschen benutzten solche Symbole, seit sie für uns leckere Mammuts jagten. Alte traditionelle Hundelegenden, die von unseren Vorfahren, den Wölfen, auf uns gekommen sind, erzählen davon. Selbst Zweibeinwissenschaftler bestätigen, dass sich unsere Vorfahren schon 35.000 Jahre v. Chr. Menschen gehalten haben, um diese für die Jagd auf leckere Mammuts abzurichten. Allgemein bekannt ist, dass die Urhunde mit der Neolithischen Revolution zu Bauern wurden, also den heutigen Hunden.

Während sie den Mond anheulten, malten unsere Vorfahren ihre Symbole aus Klang in den Himmel. Sie sangen diese Spiralen des Lebens, des Wachsens und Verschwindens, sie sangen von mächtigen Blitzen, welche die Erde befruchteten. Sie sangen Wellen in den Himmel, nährende Wasserwellen und atmende Wellen der Winde. Wellen aller Klänge und aller Farben des Lichts erfüllten die Weiten des Himmels. (...)

Meine 2B (= Zweibeinerin) hört gern zu, wenn ich beim Träumen anfange, die alten Erzählungen zu singen. Und sie bemalt dabei ihre kleinen Göttinnen mit Silber, Kupfer oder Gold, jenen Zweibeinerfarben für besondere Schätze. Wenn sie schließlich diese Ketten gestaltet, wird sie fast zum Hund: Sie sammelt Dinge, interessante Dinge."

aus Bilbo von Butterblums Zertifantastifikat, alle Rechte vorbehalten