Collage Alter

Das Kraftbuch

Göttin mit Spiralen

Zugehörigkeit und Wohlfühlen

Kann ein Art Journal Kraft geben oder beim Anschauen Wohlfühlen vermitteln? Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen dafür:

  • Wir schöpfen ein Art Journal voller Schönheit.
  • Wir halten gute Erinnerungen oder positive Erlebnisse fest.
  • Wir träumen eine reale Situation um.
  • Wir bearbeiten kreativ ein schwieriges Thema, an das wir mit Worten nicht herankommen.
  • Wir arbeiten mit Kindheitserinnerungen.

Ohne dass wir an therapeutische Tiefen gehen, die ein normales Art Journal nicht leisten kann und will, wirken Farben, Kompositionen und Erinnerungen auf die Betrachter:innen, aber auch schon beim Fertigen. Bei diesem Art Journal werden wir uns vielleicht einfach nur rigoros für unsere Lieblingsfarben entscheiden, für Flausch und Streichelstrukturen. Wir sind aber auch absolut frei, Kinderfotos von uns in Fantasielandschaften zu setzen oder ein Tagebuch zu führen für das, wofür wir dankbar sind. Vielleicht kombinieren wir Sprüche, die Kraft geben, mit bunten Blumen? Oder stecken unsere Figur durch Collagen in Abenteuer, per Zeitmaschine in andere Zeiten, in Mikrokosmen oder das Weltall? Unserer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Unliebsames, Kräftezehrendes und was wir loswerden wollen, lässt sich dank unterschiedlicher Layertechniken auslöschen oder wegkratzen, überstempeln und übermalen, sogar zu etwas Neuem umgestalten.

Unser Kraftbuch wird ein Art Journal werden, das wir immer wieder gern anschauen. Es wird gleichermaßen ein Genuss sein wie eine Möglichkeit zum freien Assoziieren, zur Erinnerung, zum Nachdenken. Vielleicht wird es auch die bildhafte Umsetzung des wertvollen Moments sein, in dem wir mit einer Sache abgeschlossen haben und loslassen können.

Das Kraftbuch ist ideal

  • zum Erlernen von Techniken des Aufbauens oder Zerstörens einer Darstellung,
  • zum Fokussieren auf Schönheit in Farben, Komposition und Materialien,
  • um unterschiedliche Arten von Art Journals kennenzulernen.
Collage Alter

Eine Kraftquelle

Wir fertigen ein Art Journal an, das uns später beim Anschauen immer wieder Kraft vermitteln wird und Wohlgefühl auslöst. Dabei lernen wir, wie sich bestimmte Arten dieses Art Journals mit passenden Techniken verknüpfen lassen.

Im Mittelpunkt steht das Arbeiten in Mehrschichtverfahren. Wir üben uns im Finden von Farbharmonien und harmonischen, zentrierenden Kompositionen. Hilfreich ist im Vorfeld der Einführungs-Minikurs "Komposition und Farbe", er ist aber keine Teilnahmevoraussetzung.

Wir üben mit Techniken des Verbergens: Kratzen und Schneiden, Gesso, Stempeln, Überdrucken und Überkleben. Textiles findet zu Papier, alte Buchseiten offenbaren neuen Sinn kombinierter Wörter. In diesem Art Journal kommen eigene Fotos oder Bildfunde zur Geltung, die wir auf unterschiedliche Weise verfremden oder schmücken können. Intuitive Techniken wie Collage, Zeichnen, Doodles kombinieren wir mit der Planung von Zeitstrukturen oder Darstellungsrhythmen. Aus diesem Fundus wählen sich die Teilnehmer:innen die Art des Kraftbuchs, die ihnen am meisten liegt.

Dieses Art Journal kann von Anfänger:innen gestaltet werden, ist aber auch eine reizvolle Aufgabe für Fortgeschrittene. Der Kurs ist gut kombinierbar mit dem Kurs "Träumestäbe".

  • Termine
  • Dauer: Workshop, 5 mal 40 min. + Community während der Laufzeit + Handout
  • Tarif:
Zubehör:

Eine genaue Materialliste geht den Teilnehmer:innen nach Anmeldung zu. Es gibt ein bebildertes pdf-Handout.

Buchseiten mit Stoff
Art Journal Textiles und Papier

Das Fühl-Guck-Hör-Riech-Schmeck-Buch

Textiles und Papier im Art Journal

Alle Sinne ansprechen

Fünf Blatt Papier, fünf Sinne - wie schwer es ist, alle fünf Sinne anzusprechen, merken wir, wenn wir versuchen, eine ganz normale Wiese zu beschreiben. Das Sehen ist den meisten selbstverständlich, fürs Riechen flüchten wir uns in Vergleiche, weil es sogar an Wörtern fehlt.

Das Jahr der Pandemie hat uns deutlich gemacht, wie stark sinnliche Eindrücke dabei helfen, dass wir uns selbst noch spüren und als körperliche Wesen wahrnehmen. Der Coronavirus hat vielen zeitweise Geruchs- und Geschmackssinn geraubt. Uns fehlen die alten Stimulationen des Tastsinns durch Berührungen. Gleichzeitig fokussieren wir uns einseitig auf Sehen und Hören am Computerbildschirm.

Mit dem Anlegen dieses Art Journals wollen wir gleichzeitig unsere Sinne und deren Darstellung trainieren und durch einfache Übungen erleben, in welche Richtung sich unser Wahrnehmungsspektrum verschoben hat. Indem wir jedem Sinn ein Blatt Papier reservieren, versuchen wir, sie alle in Einklang zu bringen: Berühren, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken. Damit sprengen wir das, was wir von einem normalen Buch oder Heft her kennen.

Das Fühl-Guck-Hör-Riech-Schmeck-Buch ist ideal

  • um unsere Sinne neu zu entdecken und zu schärfen,
  • um uns wieder körperlich in der Welt zu erleben,
  • als Ausgleich zur Computerarbeit und Virtualität,
  • zum Berühren, Erschnüffeln und Lauschen,
  • um für andere Gelegenheiten bessere Beschreibungsmöglichkeiten zu finden,
  • für ein bewussteres und reichhaltigeres Naturerlebnis.

Dieser Workshop findet zweigleisig statt und ist damit auch eine gute Vorübung für andere Tätigkeiten, bei denen viele Sinneseindrücke gefragt sind - etwa das Schreiben. Das eine ist das Anlegen des Art Journals. Das andere: In der Wohnung, im Garten oder in der freien Natur machen wir einfache Sinnesübungen und lernen, unsere Wahrnehmungen zu beschreiben. Wenn wir Worte haben, können wir sie leichter in Bilder und Materialien übersetzen.

Anders als bei schulisch genauer Beschreibung praktizieren wir wilde Assoziationen, hören auf unsere Gefühle und üben, einen Sinneseindruck zu übersetzen in Farben, Oberflächen, Texturen. So wird ein scharfer Geschmack vielleicht zum grellen Zinnoberrot, kombiniert mit der stachligen Haut einer Pflanze. Papier ist der Trägerstoff für unsere Eindrücke. Es gerät scheinbar an die Grenzen, wie sie auch der Virus zog: Kann ein Buch riechen oder schmecken? Es kann!

Drucktechniken wie das Hammerprinting verewigen Duft im Papier. Duftende Gegenstände können wir auch einnähen. Kleine Anhängsel klimpern oder klappern. Wenn wir beim Geschmack scheitern sollten, helfen uns Collagen und Textzeilen, Wortassoziationen und Farben. Nach diesem Art Journal werden wir wacher durch die Natur gehen und vielleicht auch durch diese wortlose Technik mehr Wörter haben!

Ein Erlebnisbuch

Vor dem Anlegen des Art Journals machen wir einfache Übungen zur Schärfung unserer Wahrnehmung zuhause, im Garten oder am besten in der freien Natur. Sie entlarven auf vergnügliche Art, welcher unserer Sinne ein wenig verstopft sein mag und wie wir ihn aufpäppeln können.

Wir üben, unseren eigenen Wahrnehmungen zu trauen, auch wenn sie völlig anders sind als die anderer Teilnehmer:innen. Spielerisch, intuitiv und mit wilden Assoziationen suchen wir nach Entsprechungen für das Erlebte: Das können Farben oder Texturen sein, das Gefühl von Seide oder korkiger Rinde, aber auch der Rhythmus von Zeichen, Stickstichen, Löchern.

Um unsere Gefühle zu übersetzen, lernen wir Techniken kennen wie Hammerprinting oder intuitives Sticken, Mark Making und Asemisches Schreiben. Wir experimentieren mit unterschiedlichen Materialien und wie man ein Buch "aufbrechen" kann - etwa durch klingende Anhängsel oder Löcher und Durchsichten.

Wir erstellen ein Art Journal mit fünf Blatt Papier, das alle fünf Sinne ansprechen soll.

  • Termine
  • Dauer: Workshop, 5 mal 40 min.
  • Tarif:
Zubehör:
  • Material fürs Art Journal,
  • Schreibzeug, evtl. Notiz- oder Sketchbook für Sinnesbeobachtungen.

Zu diesem Workshop gibt es ein pdf-Handout mit Fotos. Nach Anmeldung versende ich eine genaue Materialliste.

Gewebe über Papierloch
Hammerdruck mit Rosenblüten

Schmetterlinge: das Träumebuch

Schmetterling

Schmetterlinge

Kaum ein Symbol erzählt uns so viel über uns selbst und unsere Umwelt wie der Schmetterling. Und kaum ein lebendiges Wesen der Natur wurde zu einem so stark mit den Menschen verbundenen inneren Bild. Seine ungewöhnliche Entwicklung über Raupe und Verpuppung ließ schon die Menschen der Antike an Transformation oder Wiedergeburt denken. Den alten Griechen wurde er zur Psyche, der Seele. Schmetterlinge bedeuten Schönheit, die aus Unscheinbarem schlüpft, sie haben die Leichtigkeit eines Luftwesens und scheinen in ihrer schillernden Farbigkeit fast überirdisch.

Eine Vielzahl menschlicher Eigenschaften ließ sich auf sie projizieren: von der Gefräßigkeit der Raupe über die stille, starre Verpuppungszeit bis hin zum flatterhaften, zarten und doch starken Wesen, für das Sonne und Blüten, Nektar und die schönen Jahreszeiten eine so große Rolle spielen. Wenn Menschen verliebt sind, haben sie "Schmetterlinge im Bauch". Schmetterlinge im Mythos und als Symbol erscheinen uns eng verwandt und doch so unerreichbar wie zarte Elfenwesen.

Gleichzeitig erinnern uns - fehlende - Schmetterlinge an eine menschengemachte Katastrophe: das Artensterben. Beim Fertigen dieses Art Journals gehen wir auch mit Verlust und Trauer um - und lernen nebenbei, was wir für den Erhalt von Schmetterlingen praktisch tun können - sie sind auch ein Symbol der Hoffnung.

Das Träumebuch der Schmetterlinge ist ideal

  • für Anfänger:innen, weil wir uns auf ein einzelnes Symbol fokussieren,
  • zum Einüben, wie man mit freien Assoziationen, Zufall und Intuition arbeitet,
  • zum Nachdenken über uns selbst und die Natur, die uns umgibt,
  • als Erinnerung zum praktischen Handeln,
  • als Mittel zur Verarbeitung, als Träger von Hoffnung und Schönheit.

Wir hören von alten Mythen und Symbolen, die uns später bei der Assoziationsfindung helfen. Druckvorlagen zum Ausschneiden liefern uns Schmetterlinge für Collagen. Wir lernen aber auch, welche aus anderen Materialien zu formen oder sogar auf Papier zu sticken. Spannend wird es durch die Kombinationen, wie wir ein Bild im Sinn willkürlich verändern können oder Schrift dazu gestalten.

Unser Träumebuch darf einfach nur schön und bunt sein, uns Freude in trübe Tage bringen. Wir können es als Seelenreise gestalten oder als Märchen, poetisch oder zoologisch, über verlorene Arten arbeiten oder zu begreifen versuchen, was Schmetterlinge brauchen, um sich ansässig zu machen. Dazu gibt es ganz praktische Gartentipps, die zeigen, warum die bunte Samenmischung allein nicht hilft. Wenn unter unseren Händen auf dem Papier rare Schmetterlinge neu zu leben beginnen, fühlen wir vielleicht etwas von der Kraft und Faszination, die wir beim tätigen Artenschutz erleben können.

Papierschmetterlinge

Das Träumebuch

In diesem Workshop steht die Arbeit mit einem einzigen Symbol im Mittelpunkt. Daraus lässt sich besonders leicht ein thematisches Art Journal gestalten, dessen Zweck wir selbst bestimmen: alles ist denkbar vom Träumebuch über ein Meditationsbuch bis zum Naturkundeheft, vom poetischen Art Journal als Geschenkbuch bis hin zum Gartentagebuch, von der Trauerhilfe bis zum Seelenschmeichler.

Neben Mythen und Symbolik lernen wir auch Naturkundliches über unsere Lieblingsschmetterlinge. Wir können uns beim Bestimmen von Arten gegenseitig helfen und lernen spielerisch, was die Raupe gern frisst, die wir aufs Papier kleben. Viele Schmetterlingsarten bringen Kindheitserinnerungen zurück. Und vielleicht bringen wir nach der Fertigung unseres Art Journals Schmetterlinge in die Natur unseres Wohnortes zurück?

Es sind keine biologischen Kenntnisse nötig, aber der Mut zu Fantasie, Farbe und Texturen.

  • Termine
  • Dauer: Workshop, x mal 40 min.
  • Tarif:
Zubehör:
  • Schmetterlinge ausgeschnitten aus Zeitschriften oder Büchern,
  • ein altes Buch zum Zerschneiden,
  • Schere, Leim (PVA), diverse Materialien, schöne Papiere und Stoffreste.

Eine genaue Materialliste geht den Teilnehmer:innen nach Anmeldung zu. Zum pdf-Handout gibt es eine Druckvorlage für Papierschmetterlinge in passender Größe fürs Art Journal.

Hölzer und Pflanzen

Die Natur achten – richtig sammeln

Gesammeltes Holz und Labkraut

Art Journals

Sammle ich Holz, weil ich es verarbeiten möchte, weil es mir nützlich ist? Oder lasse ich mich von den Geschenken überraschen, die mir die Natur hinlegt? Gehe ich in den Wald, weil Waldbaden angesagt ist und ich mir für mein Immunsystem Hilfe holen möchte? Oder nehme ich den Wald und seine Wohltaten an, indem ich selbst auch etwas für den Wald tue?

Wie wir mit der Natur umgehen, zeigt sich bereits in der Perspektive. Zu oft betrachten wir sie lediglich als etwas, das uns nützlich ist, das wir ausnutzen können. Wir machen sie zum "Es", klammern andere lebende Wesen aus, beuten aus. Unsere innere Haltung zeigt sich bereits daran, ob wir einen Zweig fürs Art Journal auf dem Boden suchen oder vom lebenden Baum abreißen wollen.

Ähnlich wie in indigenen Kulturen haben auch wir in Europa uralte Bräuche und Wissen vom achtsamen Umgang mit der Natur. Früher grüßte man täglich den Hausbaum im Elsass; was man ihm opferte, brachte ihm Nahrung. Tabus schützten Biotope. Kräutersammlerinnen hielten sich an Regeln, um Pflanzen nicht auszurotten. Wer mit Pflanzen, Pilzen und Tieren sprach, bewegte sich auf Augenhöhe mit diesen Mitwesen.

Wir wollen gemeinsam lernen, die eigene Perspektive zu verschieben, die Natur als Lebensgemeinschaft zu erleben. Rücksichtnahme und Gegenseitigkeit zu lernen, ist gar nicht schwer! Spürhund Bilbo von Butterblum kann uns einiges zeigen über den Reichtum von Fundstücken.

Wir hören von alten Bräuchen und modernem Gärtnerwissen. Üben den Unterschied vom Sprechen über die Natur und dem Sprechen mit der Natur. Lernen Zusammenhänge. Die Gegenstände, die wir so sammeln, erzählen wunderbare Geschichten!

Spürhund Bilbo im Wald

Die Natur achten

Wir hören Geschichten von alten Bräuchen und Ritualen einer Gegenseitigkeit mit der Natur. Die eigenen Perspektiven verschieben - dafür gibt es Techniken. Dazu lernen wir ein paar einfache Regeln für das Sammeln von Naturfunden. Darum ist dieser Miniworkshop nicht nur Grundlage aller Art-Journal-Workshops - er ist auch nützlich, wenn wir ernten und sammeln.

Ideal

für Anfänger:innen.

  • Termine
  • Dauer: 1 x 40 min.
  • Tarif: Schnupperkurs, kostenlos / Spende
Zubehör:
  • evtl. Material zum Notizenmachen.

Teilnehmer:innen erhalten ein kleines Hand-out (pdf) mit einem Überblick.

Fortsetzung:

Im großen Workshop "Verwandlungen" fertigen wir zusammen ein Art Journal an, mit dem wir dieses Thema erkunden.

Fensterspiegelungen

Carreau Clemenceau: eine 100 Jahre alte Erdölmine

Fensterspiegelungen
Zwischen den Zeiten – Spiegelungen im Magazin der Mine Clemenceau. – Wie alle Fotos hier: (C) Petra van Cronenburg – mit freundl. Genehmigung der ComCom Sauer-Pechelbronn

Und sie bewegt sich doch, die Erde …

Dieser Artikel und die Fotos sind registriert. Jegliche Kopie oder Weiterveröffentlichung ohne meine ausdrückliche Zustimmung sind strengstens untersagt. Korrekter Link ist erlaubt.

Ich parke mein Auto vor einer leerstehenden Fabrikhalle zwischen den Zeiten. Sie liegt auf einem Gelände, das zum nordelsässischen Preuschdorf gehört, einem Nachbardorf des berühmten Erdöl-Ortes Merkwiller-Pechelbronn. Solange ich denken kann, war hier eine Autowerkstatt; länger, als ich denken kann, diente die Halle als Magazin für das Material einer Erdölmine. Leicht verblichene Zettel mit Zitaten von einer Kunstaktion künden von einer möglichen Zukunft für das französische Erdölmuseum von Pechelbronn. Der Termin erfüllt mich mit aufgeregter Vorfreude und Spannung.

Obwohl ich vor Jahrzehnten noch viele Plätze elsässischer Erdölgeschichte privat betreten konnte, weil sie damals weder abgesperrt noch genauer untersucht waren, ist mir dieser immer versperrt geblieben: zu gefährlich oder privat genutzt, stets eingezäunt. Jetzt sind zumindest die neu angelegten Wege gesichert und das Gelände wird vom Erdölmuseum genutzt: Ich bekomme eine Führung durch das Areal der ehemaligen Mine Clemenceau, das insgesamt etwa zwei Hektar groß ist. Wo wir laufen, wurden früher die Loren auf Schienen aus den unterirdischen Galerien gezogen.

Trotz des viel zu heißen Dürresommers wirkt die Industriebrache erstaunlich grün. Kaskaden von Blättern winden sich in die Höhe, durchbrechen Öffnungen, fallen vor Schwere herab. Es ist der Baumwürger, der Mauerbrecher Efeu, der den großen Eroberer gibt. Sonnenhungrige Scheinakazien schießen dazwischen hoch, sogar unverwüstliche Buchen. Letztere stehen etwas schwachbrüstig im für die Region ungewöhnlichen sandigen Boden. Genauso wie unser Ziel, der Terril I – auf Deutsch weniger elegant die “Abraumhalde 1” – besteht dieser Boden aus dem, was einst unter der Erde steckte.

Ein alter Schacht und eine Abraumhalde

Auf den Boden der allgegenwärtigen Gefahr zurück holt mich das Warnschild an einer modernen Rohrkonstruktion hinter einer Umzäunung. Auf Französisch wirkt der Text “une atmosphère explosive peut se présenter” fast wie ein charmanter Sprachspaziergang, im Deutschen würde man wohl mindestens einmal “Achtung” mit Ausrufezeichen schreien und grellfarbiges “Verboten”. Es könnte also zu Explosionen in der Luft kommen; die technische Zeichnung daneben zeigt, warum.

Warnschild mit Rohr
Warnschilder auf der Entgasungsanlage des Puits I.
 

Genau hier sausten früher die Kumpel im Puits I, dem Schacht I, in die Tiefe. Zunächst nur 150 Meter tief, später ins nächste Stockwerk. Etwa 425 km solcher Galerien sollen das Gebiet von Pechelbronn bis zu einer Tiefe von 400 m durchzogen haben. Die Extraktionsmethode in dieser Mine des frühen 20. Jhdts. war einzigartig: Kamen die Bohrtürme nicht vorwärts oder lohnte ihr Ausstoß nicht, gruben sich Menschen unter Tage über eine Rohöllinse tief unten im Erdreich und senkten vom Galerieboden alle zehn Meter Rohre mit Pumpen ab. Über für heutige Verhältnisse lächerlich dünn aussehende Pipelines wurde das Öl dann von oben hochgepumpt. Auf diese Weise ließ sich auch der weniger lohnende bitumenhaltige Sand abbauen, aus dem das Öl mit Hitze abgeschieden wurde.

Heute ist dieser Eingang, wie alle anderen auch, massiv mit Beton verschlossen, die Entgasungsanlage ist mit einer fernüberwachten piezoelektrischen Sonde versehen – was auch immer das für uns heißen mag, falls sich Minengase bilden sollten und nach oben strömen.

Magazin von hinten, Puits I
Die Entgasungsanlage von Puits I, im Hintergrund die Rückseite des Magazins, das eines Tages das neue Museum beherbergen könnte. Auf den breiten Sandwegen kann man sich gefahrlos bewegen.

Dass ich die Wege nicht verlassen darf, weil es hier explodieren und anderswo sich plötzlich das Terrain senken könnte, theoretisch die Erde alles verschlucken würde, erfüllt mich im Katastrophenjahr 2020 eher mit Sarkasmus. Wäre es nicht der krönende Abschluss nach all dem, wie wir die Erde trotz Wissens um die Klimakrise schinden, wenn die sich einfach kurz aufbäumen würde und uns Menschen mit einem Happs verschlänge? Was haben wir eigentlich aus der Vergangenheit gelernt?

Efeu erobert Ruinen
Die Natur erobert die Ruinen

Da ist er wieder, der Zeitsprung im Kopf. Ich denke daran, wie zynisch meine Gedanken für die Menschen klänge, die einst an dieser Stelle ihre Kumpel verloren haben. Auf einem historischen Foto sah ich sogar ein Mädchen und mehrere Frauen, die unter der Erde schufteten. In Texten und Ausstellungen kommen sie viel zu selten vor. Es ist damals heiß unter Tage, bis zu 40 Grad. Die bitumenhaltige schwarze Schmiere, die sich auf die Haut legt, rubbeln sich die Kumpel vor dem Duschen mit Lampenöl oder destilliertem Petroleum ab, damit sie sich überhaupt löst.

Gründerzeiten: Der Erste Weltkrieg säuft Öl

Die Zeit der ersten Bohrung an diesem Platz war ein doppelt gefährliches Datum. 1916 haben sie am Puits I die unterirdischen Galerien in die Erde getrieben, zwei Meter breit und 2,50 m hoch. Seit zwei Jahren tobt der Erste Weltkrieg, dessen industrialisiertes Töten zum ersten Mal auch in großem Stil Erdöl verschlingt, die Ausbeutung der Ressourcen erst so richtig anheizt. 800 Arbeiter sind es 1917, 1920 schließlich 3000. Durch den Bedarf wiederum entsteht technischer Fortschritt: Die Erfahrungen in den Minen wachsen. Die Ironie der Geschichte dabei: Es ist die DEA, die Deutsche Erdöl Aktiengesellschaft, die in der von Paul de Chambrier angelegten Mine fördert, denn zu jener Zeit befindet sich das Elsass unter deutscher Besatzung. Der Treibstoff geht also ans Militär, das die eigenen Brüder und Schwestern tötet. Aber wer hier arbeitet, muss wenigstens nicht an die Front, kann als Arbeiterbauer zuhause die Felder bestellen – neben der Minenarbeit, versteht sich. Trotzdem ist die Schufterei in den unterirdischen Galerien lebensgefährlich.

Obwohl man die Gefahr von Grubengasen schon seit dem 17. Jhdt. untersuchte und 1815 die ersten Sicherheitslampen zur Verfügung standen, hat es die Kumpels von Pechelbronn an dieser Stelle doch erwischt. 1919 ist gerade der ganz große Weltenbrand erloschen, da schlagen in dieser Mine mehrere Feuer und eine Explosion zu. Es ist so schlimm, dass der Betrieb ein Jahr stillsteht. Was da hochkommt beim Ölbohren ist Methan. Vereinfacht gesagt, sammelt sich beim Abbau des Rohöls aus einer im Erdreich eingeschlossenen Linse das natürliche Methangas und steigt nach oben. Wie klimaschädlich das Gas ist, weiß man damals noch nicht, es tötet die Menschen direkt. Endlich werden in der Mine Clemenceau die Sicherheitsauflagen strenger. Puits IV., Schacht IV., wird als Entlüftungsschacht gebohrt.

Durchblick ins Fenster einer Ruine
Auf dem Minengelände herrscht eine eigenartig faszinierende Stimmung zwischen überbordendem Grün, sprechenden historischen Installationen und Vergänglichkeit. Erst auf den zweiten Blick geben die Ruinen ihre Geheimnisse preis. Die Menschen haben über 100 Jahre lang ihre Spuren hinterlassen.

“Es” lebt da unten immer noch. Bis 1998 haben die Hightechinstrumente angezeigt, wie beide Bohrstellen miteinander in Verbindung standen. Seit zwanzig Jahren kommunizierten die beiden Bohrstellen nicht mehr miteinander, was auch immer das für uns bedeuten mag, die wir nun über ein Gelände spazieren, das in ungesicherten Bereichen absinken könnte. Ich habe das Gefühl, unter mir lauerten die Gedärme verschütteter Urzeittiere, als wir den eigentlichen “Lost Place” betreten, jene faszinierende Ansammlung einsturzgefährdeter Ruinen. Von dort führt der Weg direkt auf die größte Abraumhalde, wo mich die Natur überraschen wird.

Werkhalle Wand mit Kanistermüll
Die große Werkhalle mit Relikten aus 100 Jahren

Noch während ich mir die unterirdischen Galerien vorstelle, sind wir im Zentrum des Ruinenareals der alten Mine Clemenceau angekommen. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war sie angelegt worden, um Teersande zu fördern und die Rohöllinsen in der Erde von unterirdischen Stollen aus anzubohren. Jetzt stehe ich im ehemaligen Zentrum der Anlage. Schweiß und schwarz-schmieriger Dreck auf der Haut von bis zu 3000 Arbeitern. Lärm vom großen Förderturm und den pausenlos drehenden Turbinen. Dazu das Quietschen der Lorenräder, das Geräusch von stoßweise entweichendem Dampf. Das Räderwerk aus Maschinen und Menschen steht nie still, dreht sich in den kommenden Jahrzehnten immer schneller.

Es wird angetrieben von der Faszination des Machbaren, der neuen Wunderwelt der Technologie der 1910er Jahre, ihrer rasanten Weiterentwicklung. Wissenschaftler und Geologen sind neugierig mit den Schätzen beschäftigt, welche die Erde so großzügig spendet, denken an den möglichen Fortschritt. Aber in den Chefetagen herrscht in alter Traditionslinie des 19. Jhdts. und der Industrialisierung längst die Fokussierung auf das, was wir heute Ausbeutung nennen. Schon im Jahrhundert davor war es der Profit, der zu immer größeren Rekorden in der weltweiten Erdölindustrie antrieb. Im 20. Jhdt. wird gekämpft: Die beiden Weltkriege, einer barbarischer als der andere, dürsten nach fossilen Energien. Industrialisiertes Töten verlangt eine Industrie der Ressourcenausbeutung. Ohne Erdölprodukte und Benzin keine geschmierten Großwaffen, keine Fortbewegung von schwerem Kriegsgerät oder Armeen über riesige Entfernungen und damit auch kein Welten-Krieg.

Die Armeen fressen sich in dieser Zeit dank Erdöl in die entfernten Länder. Der Mensch macht sich die Erde als Rohstoff fürs Töten untertan, bis in ihre Eingeweide hinein. Wissenschaft, Errungenschaften, Segen bringende Erfindungen – sie sind in jenen Zeiten nur allzu oft eher Kollateralzufall der Kriege, weil eben die großen Geldmengen in kriegswichtige Unternehmungen gesteckt werden. Sicher, Lampenöl, Paraffine, Heizmaterialien und Benzin, das kommt auch dem Leben der Menschen zugute. Doch die Zwischenzeit im Frieden mit überquellendem Lebenshunger und modernem Autotourismus währt allzu kurz, das Elsass zerreisst es immer wieder schmerzhaft zwischen zwei Nationen.

elektrische Zentrale
Die elektrische Zentrale

Ein Geflecht des Lernens

Lost Place

Heute rauscht leise der Verkehr von der Straße her, irgendwo schwatzt fröhlich eine Gruppe Menschen, die zu einem Konzert auf dem Areal gekommen sind. Spatzen streiten sich lauthals im Gebüsch. Zu meiner Rechten ragt die backsteinrote elektrische Zentrale empor, in der einst die Turbinen stampften und Strom erzeugten. Zu meiner Linken nimmt mir die alte Hauptwerkhalle den Atem – eine lichtdurchflutete Kathedrale des Erdöls, ein Lost Place wie aus einem Traum.

große Werkhalle von innen
Wie eine Kathedrale des Erdöls: Die große Werkhalle

Überbordende grüne Wildheit einer Natur, die mit Efeu Ruinen zerfrisst und hinwegwürgt, mit wildem Wein Fensterreste umschlingt, sich das Gelände zurückerobert, dass sich einst der Mensch von ihr abgetrotzt hat. Ein Platz wie ein Wirbel: Ein Müllberg von bis zur Unkenntlichkeit verrosteten Ölkanistern erstickt jegliche Vegetation, daneben musste mit dem Machetenmesser der Weg freigesenst werden. Brombeeren wachsen im immer noch teerhaltigen Sand, es wächst selbst in den “sterilen” Sanden, wie der ausgekochte Abraum genannt wird – Sand, nichts als Sand, durch den Prozess zu seiner Zeit einer jeden Lebensform beraubt. Heute blüht dort gelb der Rainfarn. 100 Jahre nach den ersten Bohrungen.

Metallschrott
Menschenspuren – Schrott

Ein Wirbel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen menschlicher Zerstörung und einer Natur, die dem Menschen seine Winzigkeit lehrt. Zerschlagene Porzellanisolatoren, Kanister mit dem Logo von Erdölgesellschaften, herabstürzendes Dachwerk im Gras, all diese Menschenspuren der Vergangenheit erinnern wie ein roter Faden an die wichtigste Frage, immer wieder diese eine Frage: Wann hat das mit dem Anthropozän eigentlich angefangen? Wann kippte diese Spirale von der Faszination und Forschung in einen Wahn der Machbarkeit, Beherrschbarkeit? Wie kam die Gier dazu?

Robinie u.a. Büsche
Robuste Pflanzen erobern das Ruinenfeld. Eines der häufigsten Gehölze hier ist die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia).

Vor mir auf dem Boden leuchtet goldgelb etwas kleines Rundes, das auf rostigem Müll kaum zu vermuten ist. Ich greife danach, werde mehrfach gestochen. Eine alte Bauersfrau hat mir einmal gesagt: “Auf gestörten Böden wirst du zuerst all das finden, was sich den Menschen vom Leib hält. Giftpflanzen, Stachelpflanzen!” Ich werde auf dem Gelände noch viele dieser kleinen Schönheiten finden, vor allem auf dem Abraumberg, dem Terril I. Der sonnengetrocknete Blütenkopf von Carlina vulgaris, der stachelbewehrten Golddistel, deutet auf basischen, womöglich kalkhaltigen Boden. Diese kleine Schwester der Silberdistel ist winziger, aber nicht weniger schön, und sie birgt ungeahnte Kräfte.

Pioniere, die Extreme lieben

Sie zählt zu den sogenannten extremophilen Pionierpflanzen, die sich auf Abraumhalden spezialisiert haben. Wohlgemerkt, so ein Terril, ein Abraumberg, besteht aus dem Erdreich, das beim Bau der unterirdischen Galerien herausbefördert wurde; oft gibt es ölhaltige Schieferarten, zuletzt kommt viel Sand. Mancher Sand in der Mine Clemenceau enthält noch Bitumen, ein anderer Hügel wurde nach dem Auskochen des zähen Rohöls aufgeschüttet. Heute wächst hier die zweijährige Golddistel auch mitten im Metallmüll – wie der Efeu eine hervorragende Bienenweide.

Bewachsene Wand elektrische Zentrale
Pflanzen im Ruinenbereich der elektrischen Zentrale.

So ein Terril, auch wenn man es gemeinhin nicht erwarten mag, entwickelt sich mit der Zeit zu einem völlig eigenen Biotop. Zuerst kommen die unverwüstlichsten Bakterien und Pilze, bereiten den robusteren Pionierpflanzen den Boden vor, schließen chemische Stoffe auf zu Nährstoffen. Das können manche Arten von ihnen so effektiv, dass man inzwischen weltweit daran forscht, wie man mithilfe von bestimmten Bakterien und Pilzen gegen Ölverschmutzungen ankämpfen kann oder alte Förderstätten renaturalisieren könnte. Ein spannendes Forschungsgebiet, denn die natürlichen Helfer lassen sich im Labor in Massen züchten. Und doch auch hier ein Eingreifen des Menschen, das gut bedacht sein will: Wie wirken diese Arten auf die natürlichen Mikroben, was passiert, wenn sie sich weiter verbreiten?

Die Golddistel ist eine typische Vertreterin solch extremophiler Pionierpflanzen. Sie will in Ruhe gelassen werden, mehrmaliges Mähen im Jahr vertreibt sie. Extreme Sonne und Trockenheit liebt sie, verträgt dabei weder Humus noch allzu viele Nährstoffe. Lehm darf sein, steinigen Boden nimmt die Golddistel gern und Bodenhitze steckt sie weg. Das ist besonders wichtig, weil sich manche Abraumhalden (vor allem im Kohlebergbau) durch chemische Prozesse immer wieder auch künstlich erwärmen könnten. Wo die Golddistel wächst, enthält der Boden keinerlei Salz – das würde sie töten.

Die Abraumhalde der Mine Clemenceau bietet ihr das ideale Umfeld: Nie wurden hier absichtlich Pflanzen kultiviert, wohl nie der Boden bewegt. Durch die konische Form erwärmt sich die Halde schnell durch Sonneneinstrahlung, bietet ein Mikroklima. Nie wurden in Abraumhalden Dünger ausgebracht, sehr lang hat der Mensch sie nach der Stilllegung nicht gestört. Oft sind sie abgesperrt. Samen verbreiten sich mit dem Wind, mit Wildtieren, und ab und zu auch Vieh. Vor Jahren noch wurden auf dem Gelände der Mine Clemenceau Pferde gehalten. Auch hier sorgen Mikroklima und das spezielle Umfeld dafür, dass sich die Vegetation von der in der Region unterscheidet. In ganz Frankreich findet man auf Abraumhalden eine sehr eigene Biodiversität und bis in den Norden Mittelmeerpflanzen. Es ist, als gingen diese auf Wanderschaft und Suche nach vertrauten Bedingungen.

hohe Waldkiefern
Auf dem Abraumhügel herrschen Waldkiefern vor, manche sehr hoch.
Der Schatz im Boden: Mykorrhiza

Als wir auf den Hügel steigen, wähne ich mich tatsächlich ein wenig wie am Mittelmeer, ich denke spontan an den Bewuchs von Steinmauern in den südlicheren Vogesen. Der breite Weg windet sich durch einen lichtdurchlässigen Kiefernwald. Manche Waldkiefern (Pinus sylvestris) ragen hoch hinauf, aber die Stämme der meisten Bäume sind nicht besonders dick. In Baumlebenszeiten gemessen ist der Bewuchs auch noch nicht alt. Solange die Mine in Betrieb war, herrschte hier Ölöde.

Die Arten der wenigen Laubgehölze sind schwer auszumachen, im heißen Dürresommer haben viele die Blätter verloren oder eingerollt. Vogelkirschen (Prunus avium) im unteren Bereich sind mir vertraut von den Waldrändern der Region, ein paar junge Buchen überraschen mich mit ihrer Robustheit. Ob ein Baum vor mir tatsächlich eine Linde sein kann? Ich bräuchte ein Fernrohr. Die sichtbaren Blätter sind überraschend winzig, aber auch das ist typisch für jene nährstoffarmen Böden. Man kennt es von den Sandsteinfelsen in den Nordvogesen: Bäume wachsen dort so extrem langsam, dass man kaum glauben mag, wenn ein Winzling 100 Jahre alt sein kann. Unmöglich, nach reinem Augenschein abzuschätzen, wie alt die höchsten Kiefern hier sein mögen, man müsste akribisch die Astquirle zählen, einen für jedes Jahr.

In einem natürlichen Wald sorgen Kiefern in der Überzahl schon einmal für eine Versauerung der Böden. Auf diesem stark basischen Untergrund wirken sie eher ausgleichend und bereiten den Boden für empfindlichere Pflanzen vor. Ihre Nadeln schaffen Humus, falls das Bodenleben stimmt. Pinus sylvestris, die Waldkiefer, kommt im Biosphärenschutzgebiet Pfälzerwald – Nordvogesen an stark besonnten Trockenhängen vor, der Wind treibt ihre Samen weiter, Tiere sammeln und vergessen Zapfen. Sie wurzelt bis zu sechs Meter tief, ist dadurch recht dürrehart und sie ist ein typischer Lichtbaum. Fehlt es an Sonne, bildet sie fast nur einen Wipfel aus, die Seitentriebe bis nach unten fehlen dann. Waldkiefern zählen zu den bodentolerantesten Bäumen, in Tschernobyl haben sie sich durch Mutationen sogar an die erhöhte Radioaktivität angepasst.

Und da schlummert noch ein faszinierendes Geheimnis zu ihren Füßen: Waldkiefern bilden eine spezielle Symbiose mit unterirdischem Pilzgeflecht. Das machen die meisten Bäume und man nennt dieses Geflecht Mykorrhiza. Bekannt geworden ist die Mykorrhiza (altgr. mykes = Pilz, riza = Wurzel) gemeinhin auch als Wood Wide Web, denn es tauschen nicht nur Bäume und Pilze miteinander Nährstoffe aus, das Pilzgeflecht dient außerdem zur Kommunikation unter Bäumen.

Nun gibt es zwei Arten davon: Entweder die Pilzärmchen wachsen bis in die Zellen der Pflanzenpartner hinein (Endomykorrhiza von altgriech. endon = innen) – oder sie reichen nur bis in die Wurzelrinde (Ektomykorrhiza von altgriech. ekton = außen). Letzteres kommt am häufigsten bei Bäumen vor, bei der Waldkiefer eben auch. Wie aber muss man sich die biologischen Vorgänge im Boden der Abraumhalde nun vorstellen?

Bäume auf Abraumhügel
Der stark verkrümmte Wuchs vieler Bäume zeigt deutlich, dass dies kein normaler Waldboden ist. Trotzdem sorgen die großen Bäume für das Überleben der empfindlicheren Arten – dank der Mykorrhiza, einem unterirdischen Pilzgeflecht. Es hilft, den Boden aufzubereiten.

Die Wurzeln der Bäume – und hier spielt die Waldkiefer eine große Rolle – gehen mit einer Ektomykorrhiza eine Symbiose ein. Bei der Waldkiefer kennt man das z.B. mit Fliegelpilz (Amanita muscaria), Reizkerarten (Lactarius sect. Deliciosi) oder Butterpilz (Suillus luteus). Was wir gemeinhin als Pilz mit Hut kennen, sind nur die oberirdischen Fruchtkörper. Das eigentliche Lebewesen aber – denn dazu zählen Pilze mit ihren Eigenschaften zwischen Pflanze und Tier – lebt unsichtbar im Boden, breitet sich durch weiße Pilzfäden, die sogenannten Hyphen aus. Alle Hyphen zusammen bilden ein Myzel – das kennen wir als weiße Schicht auf dem Camembert.

So ein Myzel sucht sich nun Wurzeln von Bäumen, die noch weich sind. Dann wachsen die Hyphen, diese kleinen Pilzärmchen, in die Wurzelrinde. Die Waldkiefer lässt jetzt durch den Kontakt ihre Wurzelenden wie kleine Keulchen anschwellen und bildet keine Haarwurzeln mehr aus. Diese Arbeit übernimmt nämlich jetzt das Pilzmyzel! Der Pilz sucht für den Baum nach Nährstoffen und Wasser, eine überaus praktische Sache in sehr trockenen oder gestörten Böden: Er kann sich viel weiter und tiefer ausbreiten und ist damit beweglicher als der Baum. Und Wood Wide Web nennt man das auch darum, weil an so einem riesigen unterirdischen Pilzkörper viele Bäume hängen. Selbst wenn Bäume sterben, überlebt das Myzel.

Damit die Symbiose nicht gestört wird, wehrt der Pilz außerdem andere für den Baum schädliche Pilze und Bakterien ab. Der Baum, der derart gepäppelt wird, revanchiert sich mit Zucker – denn davon lebt wiederum der Pilz! Der Pilz braucht den Baum, denn er kann ja selbst keinen Zucker durch Fotosynthese herstellen. Eine perfekte Partnerschaft also, die Bäume und Pflanzen resistenter macht und den Boden durch die nützlichen Pilze verbessert.

Die Erforschung der Vorhänge in so einer Mykorrhiza sind noch in vollem Gange. Spannend ist dabei, dass es ihr – vor allem bei Waldkiefern – gelingt, Ammonium in den pflanzenwichtigen Stickstoff umzubauen, ein Element, das im Zusammenhang mit Erdöl durchaus vorkommen kann. Das ist wieder so ein Trick der Natur, unter unwirtlichsten Umständen zu überleben. Auf den Abraumhalden gibt es weder Humus noch nennenswertes Bodenleben, die sonst Pflanzen mit dem lebenswichtigen Stickstoff aus organischen Stoffen versorgen könnten. Pflanzen brauchen Stickstoff vor allem, um Eiweiße herzustellen, er fördert das Wachstum. Fehlt es an Stickstoff, bleiben die Pflanzen kümmerlich, vergilben und bilden Notblüten. Irgendwann welken sie, sterben ab.

Stärke der Natur, Engagement für nachhaltige Energien – eine Zukunft?

Das ist das Faszinierende an diesem Lost Place, dieser uralten Industriebrache:  Da lebt es mehr, als vermutet. Inzwischen hat man sogar lebende Bakterien in tief liegenden geothermalen Erdölschichten entdeckt. Unter unseren Füßen wird bereits der Abraumhügel fleißig umgebaut von einem Miteinander von Bakterien, Kleinstlebewesen, Pilzen und Pflanzen. Wir sehen nur eine Kiefer aus scheinbar sterilem Sandboden aufragen. Aber wenn man genauer hinschaut, kann man sehen, dass in so einem Baumverbund Kleinstpflanzen vom unterirdischen Umfeld profitieren und sich empfindlichere Bäumchen ansiedeln. Da lebt und wuselt es von innen – und von oben fallen Nadeln und Blätter, zerfallen ihrerseits wieder in organische Stoffe. Sobald es genug Bodenleben gibt, werden die in Humus umgebaut. Wenn es einmal so weit ist, werden die extremen Pionierpflanzen verschwinden, Platz machen für Pflanzen, die Humus benötigen.

Ausblick Richtung Preuschdorf
Der Ausblick vom Abraumhügel Richtung Preuschdorf und den Vogesenwald.

Es gibt auf dem Minengelände nichts, was es nicht auch irgendwo in der Region geben würde und doch ist die Kombination der Pflanzenwelt eigen und aufschlussreich. Um die Ruinen herum wuchern die Waldrebe Clematis und die Gewöhnliche Jungfernrebe (Parthenocissus vitacea) auch über den Boden, beschatten ihn. Brombeeren und Brennnesseln sind typisch für Plätze, an denen früher Müll aufgeschichtet worden war oder die Pferde gehalten wurden. Leider sind kleinere Kräuter und Gräser nicht zu erkennen – sie sind allesamt von Hitze und Dürre verbrannt. Hartriegel lässt die Blätter hängen, ich erkenne einzelne Eschen im Mauerschatten und Pappeln. Oben im Wäldchen wachsen Ahornarten und auch da gibt es ein Bestimmungsproblem: Viele Laubbäume haben ihre Blätter bereits abgeworfen, um die Trockenheit zu überleben. Im späten Frühjahr dürfte eine Exkursion spannend werden!

Blick auf Ruinen
Blick vom heutigen Veranstaltungsgelände nach unten auf die Ruinen.

Die Industriebrache ist ein Lehrstück, wie der Mensch über sich hinauswachsen kann, zu welchen Erfindungen und Forschungen, Arbeiten und Entwicklungen Frauen und Männer fähig sind. Sie kann aber auch bei genauem Hinschauen lehren, dass die Gattung Homo sapiens nur ein kleines Lebewesen in der Natur ist, das sich viel zu oft in Hybris und Gier aufgeblasen hat – ohne Rücksicht auf Verluste. Früher geschah das ohne unser heutiges Wissen, was genau man damit anrichtet. Und doch waren die Folgen von Gier bekannt. Wir sind heute ungleich klüger, informierter – und auch das ist ein Fortschritt: Wir sind lernfähig. Die Natur braucht uns nicht, das erkennt man zwischen diesen Ruinen – wir aber brauchen die Natur!

Wie wir zu einer neuen Gegenseitigkeit mit der Natur kommen könnten, lehren uns nicht nur zerbrechliche Pilzärmchen im Innern von Abraum. Es ist unsere eigene Geschichte, sofern wir sie nicht mit verklärtem Blick betrachten. Sie kann uns ein neues Verständnis von Energien und umweltbewusstem Energieverbrauch zeigen.

Auch deshalb ist dieses Gelände vielversprechend. Es gibt seit zwei Jahren ein äußerst ambitioniertes Projekt mit dem provisorischen Namen “Cité des Énergies” (Viertel / Siedlung der Energien). Über mehrere Jahre hinweg soll in diesem Viertel das französische Erdölmuseum neu, modern und vor allem größer untergebracht werden. Das Minengelände soll dabei zu einer Art Freilichtmuseum werden, eines Tages sogar die gesammelten Großgeräte wie Ölpumpen beherbergen. Vor allem aber will man an dieser Stelle zum wertvollen Kulturerbe von Pechelbronn das Wissen um erneuerbare Energien einbinden, einen vom Naturpark Nordvogesen errichteten Experimental-Gebäudekomplex aus heimischem Holz einbeziehen. Schon heute gibt es dort Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Erdölmuseum.

Das Areal der Mine Clemenceau könnte bei ausreichender Finanzierung einmal zu einem Ort werden, wo sich die heimische Bevölkerung, Unternehmen und Universitäten, Tourist:innen und Animateur:innen treffen, um sich über Themen auszutauschen, die hier weit in die Vergangenheit reichen und die doch unser Überleben in einer Zukunft der Klimakrise bestimmen werden. Wenn es gelingt, sichtbar zu machen, welche Geschichten in dieser Erde von Pechelbronn schlummern (mit der Tiefengeothermie in der Nachbarschaft), könnten wir vieles besser verstehen, wofür der Begriff Anthropozän steht. Wir könnten im lebendigen Austausch lernen, warum wir dort gelandet sind, wo wir stehen – und wie wir künftig mit dem Planeten umgehen möchten.

Der Text hat gefallen? Ich habe eine Kaffeekasse!

Mehr über Erdöl gibt es in meinem Buch über das Elsass – darin erzähle ich die Geschichte der Gebrüder Schlumberger mit ihrer bahnbrechenden Erfindung der geoelektrischen Vermessung der Erde.

Als Journalistin nehme ich Aufträge zum Thema entgegen.

Text: (C) Petra van Cronenburg, alle Rechte vorbehalten. Alle Fotos (C) Petra van Cronenburg, Veröffentlichung mit freundl. Genehmigung der ComCom Sauer-Pechelbronn.

Ich danke herzlich Sonja Fath von der ComCom Sauer-Pechelbronn für die spannende Führung und die Genehmigung, hier meine Fotos zu zeigen – und den MitarbeiterInnen des Erdölmuseums Pechelbronn für die Zusammenarbeit bei jahrelangen Recherchen zum Thema Erdöl, vor allem Daniel Rodier und Pascale Roll-Schneider.

dreamstick

Träumestäbe

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Dreamsticks

Wenn wir uns mit unserem Rückgrat gegen einen alten Baum lehnen, spüren wir Halt und Verbundenheit. Bücher kommen vom Holz, von Bäumen, haben einen Buchrücken. Ein Rückgrat bekamen sie im Mittelalter: Die Wirbelsäule des Tieres blieb sichtbar im Pergament, dort wurde es gefaltet. Und so versehen wir unsere Art Journals mit einem eigenen hölzernen Rückgrat, das den Seiten Verbindung und Halt gibt.  Wir arbeiten mit Ästen, die uns die Natur schenkt - so sammle ich z. B. den Sturmfall der uralten Linden vor unserem Museum.

Die Äste finden uns: Sie leuchten aus dem Unterholz oder liegen benagt von Tieren am Boden. Sturm wirft sie in Parks und auf Straßen. Sie sind Erinnerung an einen notwendigen Baumschnitt oder bleichen am Waldrand aus. Wenn wir sie nicht lebendig abreißen, sondern respektvoll sammeln, tragen sie bereits eine eigene Geschichte in sich, erinnern uns an Situationen, Orte, Wetterlagen, besondere Bäume und Sträucher.

Die Träumestäbe sind ideal

  • als "Rückgrat" und Buchrücken für Art Journals,
  • als "Zauberstäbe", Meditationsmittel, Geschichtenstäbe, Deko.

Wir erinnern die Situationen des Findens und wühlen in unserem Material vom Sachensuchen. Intuitiv, durch Assoziationen und spontane Vorlieben, suchen wir Perlchen und Fäden, Farben und Texturen, Drähte und Stoffreste aus, schmücken unsere Stäbe. Natur und Kultur werden eins. Die Nagespur eines Rehs ist Schriftzeichen genauso wie unsere geschnitzten Rillen. Hölzer dienten wohl schon sehr früh der Menschheit als Erinnerungsträger wie Zählstäbe, als Schriftträger wie Knochen. Gekerbte Tierknochen oder beschnitzte Knochen der Bäume erzählten Geschichten lange vor dem Papier.

Hölzer aus Lindenästen

Buchrücken aus Ästen

Wir lernen Wissenswertes über unsere gesammelten Hölzer, ihre Rinde und wie wir sie geschützt vor Insektenbefall verarbeiten. Bäume und Sträucher zeigen in ihren Ästen ihre sehr individuelle Persönlichkeit. Ich zeige seidig-silbrigweißes Lindenholz oder zerfurchte Lianen alter Waldreben, nacktes Holunderholz oder silbrig umhüllte Äste aus den Gipfeln von Eichen, arbeite mit duftenden Ästen von Lorbeer oder Lavendel.

Wir tauschen uns über unsere Fundstücke aus, können neugierige Fragen stellen. Und wir inspirieren uns gegenseitig mit dem Finden von Verzierungen.

Außerdem lernen wir, wie man die Träumestäbe am Art Journal befestigt und wie man sie passend zu dessen Thema und Farben aussuchen kann.

  • Termine
  • Dauer: Workshop, x mal 40 min.
  • Tarif:
Zubehör:
  • Äste ab 20 cm Länge, ca. 6-15 mm dick,
  • Feiner Draht in unterschiedlichen Stärken / Farben / Metallarten: 0,7 mm und dünner,
  • Draht 0,8 mm zum Drehen von Spiralen für kleine Anhänger,
  • Fäden, Schnüre, bunte Garne,
  • Rocailles und kleine Perlchen,
  • Leder- und Stoffreste,
  • kleine Fundstücke z.B. für Anhänger,
  • Acrylfarbe zum Bemalen,
  • Astschere, Schere, Zange, evtl. Feile / Sandpapier.

Zu diesem Workshop gibt es ein pdf-Handout mit Fotos. Je nach Vorrat kann man besondere Hölzer auch bei mir direkt beziehen (z.B. Lindenholz). Nach Anmeldung versende ich eine genaue Materialliste.

Uralte Linde
Garnstränge in Naturfarben

Art Journals: Komposition und Farbe

Art Journal Seiten in reduzierten Farben

Art Journals

Man muss nicht viel von Kunst verstehen, um schöne Art Journals zu gestalten. Spontaneität, Gefühl und Spielfreude stehen im Vordergrund. Natürlich gibt es trotzdem Tricks und Wissen, warum die Aufteilung oder Farbgebung einer Seite mehr beeindruckt als die einer anderen.

Zwölf einfache Formen bildnerischer Kompositionen zeigen, was sich alles erreichen lässt: zwischen Spannung und Harmonie, Fokussierung und Streuung - oder Bewegung und Ruhe. Diese Kenntnisse gelten für alle bildenden Künste. Und sie sind das i-Tüpfelchen, wenn wir eine Emotion gestalterisch verstärken wollen.

Üben lässt sich das mit einer speziellen Improvisationstechnik, die sehr entspannend wirkt und die man auch wunderbar zu mehreren als Spiel machen kann. Wir nähern uns damit einer anderen Technik der Art Journals: dem Mark Making.

Auch mit Farben können wir Kompositionen variieren. Ich gebe einen einfachen und allgemeinverständlichen Einblick in die Farblehre und zeige den Umgang mit einem Farbrad.

Garnstränge in Naturfarben

Komposition und Farbe

Wie gestaltet man Seiten von Art Journals ansehnlich? Ich gebe einen Einblick in die einfachen Grundkenntnisse der Farbenlehre und Kompositionsformen und zeige den Umgang mit einem Farbrad. Kompositionsübungen führen bis zur Technik des sogenannten Mark Making. Mit jeder Menge Tipps und Tricks.

Ideal

für Anfänger:innen.

  • Termine
  • Dauer: 1 x 40 min.
  • Tarif: Schnupperkurs, kostenlos / Spende
Zubehör:
  • Zeichenpapier DIN-A-4 oder größer
  • Weicher Bleistift oder schwarzer Filzstift
  • Farben zum Ausmalen (Bunt- oder Filzstifte, Wasserfarben o.ä.)
  • evtl. Lineal

Teilnehmer:innen erhalten ein kleines Hand-out (pdf) mit einem Überblick und Links.

Material Papier, Textiles, Holz

Sachensuchen für Art Journals

Material Papier, Textiles, Holz

Sachensuchen

Art Journals machen bereits Spaß, bevor man überhaupt mit dem Basteln anfängt! Zuerst werden wir nämlich zu Jäger:innen und Sammler:innen: Wir jagen nach einfachem Grundwissen über Komposition und Farben. Und wir sammeln "Zeug". Unser Art-Journal-Atelier ist ein Zwischending zwischen der Piratenkiste unserer Kinderbücher - und Pippi Langstrumpfs Schränken. Die sagte nämlich:

"Die ganze Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass jemand sie findet. Und das gerade, das tun die Sachensucher."

In diesem Webinar lernen wir, welches Grundzubehör ausreicht, um ein schönes, persönliches Art Journal zu gestalten. Der Fokus liegt auf preiswerten Materialien, Recycling und Minimalismus. Der Luxus liegt im Sachensuchen: Das kann alles sein, das einigermaßen platt und haltbar ist!

In meiner Wühlbox finden sich Papierreste, Folien von Verpackungen, gebrauchte (leere) Teebeutel oder Fadenreste, kleine Ästchen und flache Steine, Perlchen, die zu keinem Schmuckstück passen wollten, Stoff- und Tapetenreste. Selbst Obstnetze oder Pizzakartons sind verwertbar! Und wenn mir die Farben ausgehen, drucke ich mit Rost oder bringe Erde als Farbe aufs Papier.

Naturfunde Holz und Rinden

Materialien für Art Journals

Was brauche ich, um loszulegen? Grundzubehör für Art Journals muss nicht teuer sein, Materialien können recycelt werden.

In diesem Webinar erfahren wir:
  • was sich verarbeiten lässt und wie,
  • welches Grundzubehör und Werkzeug benötigt wird,
  • welche Techniken damit möglich sind.

Der Fokus liegt auf preiswerten Materialien, Recycling und Minimalismus. Der Luxus liegt im Sachensuchen: Das kann alles sein, was einigermaßen platt und haltbar ist! Damit unser Art Journal mehr aufnehmen kann als ein gebundenes Buch, arbeiten wir mit stärkeren Einzelblättern und Ringbindung.

  • Termine
  • Dauer: 1 x 40 min.
  • Tarif: Schnupperkurs, kostenlos / Spende
Zubehör:

Wir fangen einfach an: Mit 5 Blatt Papier (160 g/m²), ein paar Drahtringen ... und Sachen.

Teilnehmer:innen bekommen eine Liste der verwendeten Materialien.

Starterpacks und Wundertüten gibt es HIER!

Ergänzung:

Der Miniworkshop "Die Natur achten - richtig sammeln" - hier dreht sich alles um Naturfunde.

Zubehörkiste

Das mobile Atelier

Zubehör Art Journals

A Box of One's Own

Frei nach Virginia-Woolfs bahnbrechendem Essay "Ein Zimmer für sich allein", lernen wir, uns mit wenigen Mitteln ein mobiles, sogar tragbares Art-Journal-Atelier zu schaffen. Wir können damit in der kleinsten Ecke arbeiten und es sogar auf Reisen mitnehmen.

Ideal
  • für alle, die zuhause keine eigene Bastelecke oder wenig Platz haben,
  • für Menschen, die gern unterwegs an ihren Art Journals arbeiten wollen.

Vorbei sind die Zeiten, wo man Bastelzubehör jedes Mal mühsam wegräumen und zusammensuchen musste! Der Behälter wird zu unserer persönlichen Schatzkiste und jede Menge Ordnungsmöglichkeiten im kreativen Chaos gibt es obendrein.

Weil wir mit Recycling und gebrauchten Verpackungen arbeiten, ist das Miniatelier obendrein noch preiswert.

Ich zeige, wie man den Großbehälter intelligent organisieren und tragbar machen kann. Gleichzeitig gibt es jede Menge Tipps zum Innenzubehör wie selbstgemachten Pinselhaltern, Minifarbkästen oder dem Einbau von Abteilungen in Dosen. Die Zahl und Anordnung der Behälter richtet sich nach unseren Materialien, die wir verwenden wollen.

alter Lederkoffer

Das mobile Atelier

Wir lernen, wie man ein tragbares mobiles Atelier für Art Journals anlegt, um jederzeit und überall kreativ sein zu können. Es reicht aus, sich das Zubehör nach dem Webinar zu besorgen, Teilnehmer:innen bekommen eine Liste der verwendeten Materialien.

  • Termine
  • Dauer: 1 x 40 min.
  • Tarif: Schnupperkurs, kostenlos / Spende
Zubehör:
  • Große stabile Deckelschachtel, oder je nach Geschmack wahlweise vom Flohmarkt kleines Köfferchen / Korb, ausrangierter Schminkkoffer, Rangierbox aus Kunststoff oder ähnlicher verschließbarer Behälter bis Koffergröße.
  • Stabile kleinere Dosen, Schachteln, Gläser von gebrauchten Verpackungen.
  • Pappe, evtl. schöne Papiere.
  • Klebeband, Leim (PVA / Papier / Pappe), Schere, evtl. Tapetenmesser o.ä., Lineal.
  • Klettband, evtl. Gurt (falls der Behälter umgehängt werden soll).
  • nähbares Gummiband, Nadel mit ausreichend großem Öhr.